Trials HD ist eins der erfolgreichsten, wenn nicht sogar erfolgreichste Download-Game auf der Xbox 360 und daher war es nur logisch, dass Entwickler Redlynx auch noch einen Nachfolger entwickeln wird. Die Frage ist aber, ob Trials Evolution seinen grandiosen Vorgänger überhaupt noch einmal überbieten kann. Trials Evolution erscheint wieder exklusiv über den Xbox Live-Marktplatz.
Für alle, die die Trials-Games noch nicht kennen hier mal eine kurze Erklärung. Bei Trials Evolution steuert man einen Motorradfahrer über einen Parcour, dabei sieht man den Fahrer aber aus der Seitenansicht in einer 3D-Optik. Man kann sich also nur nach vorne und hinten lehnen, sowie Gas geben und bremsen. Auch wenn sich das Ganze erstmal recht simpel anhört, ist das Spiel ein harter Brocken, wenn man es perfekt meistern möchte. Während es im Vorgänger nur alleine auf die Strecke ging, gibt es nun auch einen Multiplayer-Modus, in dem man mit bis zu 4 Spielern an einer Konsole um die beste Zeit fahren kann. Außerdem gibt es nun auch einen umfangreichen Streckeneditor, in dem man seine eigenen Strecken bauen und diese mit Anderen teilen kann. Natürlich kann man sich aber auch die Strecken von anderen Spielern downloaden.
Am Einzelspieler hat sich gegenüber dem Vorgänger nicht viel verändert, es gibt wieder mehrere Events mit verschiedenen Strecken, die nach Schwierigkeitsgrad sortiert sind, sowie Meisterschaften und spezielle Herausforderungen. Außerdem gibt es 4 Fahrerlizenzen, die im Grunde aber als Tutorial dienen und Euch an den nächsten Schwierigkeitsgrad heranführen. Alles in allem ist der Umfang von Trials Evolution somit nochmal etwas höher als bei Trials HD und es wurde an vielen Ecken noch weiter gefeilt, was Evolution nicht nur zu einem Addon sondern einer wahren Fortsetzung macht. Auch neu ist die Möglichkeit, Klamotten für seinen Fahrer und optische Tuning-Teile für seine Motorräder zu kaufen. Ein nettes Feature, mehr aber auch nicht.

Hat man erstmal auf dem Fahrersitz Platz genommen, kann die Jagd nach der Gold-Medaille auch schon beginnen. Anfangs stehen einem nur die leichten Strecken zur Verfügung, sammelt man aber eine entsprechende Anzahl an Medaillen, schaltet man auch die schwierigeren Strecken frei. Medaillen schaltet man dadurch frei, dass man die Ziellinie innerhalb der vorgegebenen Zeiten und wenig bis gar keinen Crashs meistert. Um die Gold-Medaille zu bekommen, darf man sich keinen einzigen Fehler leisten und keinen Crash bauen, das ist aber leichter gesagt als getan, vor allem bei den späteren Strecken. Gerade dann muss man jede Strecke erst einmal kennenlernen und sich auf die besonders schwierigen Stellen einstellen. Hat man Xbox Live-Freunde, die ebenfalls Trials Evolution spielen, wird deren Zeit anhand eines „Geistes“ bei Euren Fahrten angezeigt, somit kann man sofort sehen, wie man sich gegenüber seinen Freunden schlägt und sich mit ihnen um die beste Zeit streiten. Die Strecken bieten dabei verschiedene Elemente, dabei sind je nach Strecke auch Physik-Spielereien wie starker Gegenwind oder Nebel ein Faktor, der einem das Rennen erschwert. Euch erwarten auf jeden Fall einige sehr lustige und oftmals bockschwere Strecken, die aber für jede Menge Spaß sorgen werden. Im Einzelspieler-Modus gibt es auch wieder die Meisterschaften, ein Paket von Strecken, deren Zeiten am Ende zusammengefasst werden, und auch wieder spezielle Herausforderungen, was man auch schon aus dem Vorgänger kennt. Besonders die Herausforderungen sind wirklich wieder gelungen, die Herausforderungen aus dem Vorgänger wurden dabei komplett durch neue ersetzt. So schnallt man sich beispielsweise Ski unter die Füße und rast dabei über eine Strecke und muss möglichst viele Saltos in der Luft machen oder steuert ein UFO und muss an vorgegebenen Positionen landen, es gibt aber natürlich auch noch einige andere Herausforderungen.

Die größte Neuerung gegenüber dem Vorgänger ist wohl der Multiplayer-Modus in dem man mit bis zu 4 Spielern über Xbox Live oder lokal an einer Konsole spielen kann. Über Xbox Live wird man dabei in eine Lobby mit 3 anderen Spielern gesteckt und alle Spieler bekommen immer 2 Strecken zur Auswahl und können voten, welche sie als nächsten spielen möchten. Alle Fahrer fahren dann natürlich gleichzeitig und auf 4 hintereinander angeordneten Bahnen. Es gibt jeweils 2 Durchgänge und nach jedem bekommt man entsprechend seiner Crashs und der Ziel-Position Punkte, wer nach beiden Durchgängen die meisten hat, gewinnt die Runde. So macht das Spiel natürlich nochmal eine ganze Ecke mehr Spaß, als wenn man alleine spielt.
Auch lokal an einer Konsole kann man mit 4 Spielern fahren, vorher kann man sich dann die Strecken aussuchen, die man spielen will und schon geht’s los, auch hier gibt es am Ende jeder Runde wieder Punkte.
Das Spiel hat aber alleine für den neuen Streckeneditor einen Preis verdient, denn dieser ist wirklich sehr umfangreich und lässt einem sehr viele Möglichkeiten zur Streckengestaltung. Wir können nicht im Detail auf alle Funktionen des Editors eingehen, aber wollen doch einen kurzen Überblick geben.
Startet man den Editor, landet man erst einmal auf einer weitläufigen Karte, wo man dann den Start-Punkt seiner Strecke auswählt. Anschließend kann man mit den vorhandenen Werkzeugen weitere Streckenpunkte hinzufügen, auch Kurven sind möglich, die Kamera dreht sich dann entsprechend bei der Fahrt. Außerdem hat man eine große Auswahl an Strecken-Elementen wie Rampen, Baumstämmen, Rohren und vielem vielem mehr, die Auswahl ist wirklich riesig. Unabhängig davon kann man noch viele dekorative Objekte wie Häuser oder verschiedenste Arten von Bäumen aufstellen um die Umgebung eindrucksvoller zu gestalten. Des Weiteren hat man auch die Möglichkeit, sogenannte Trigger-Events einzubauen, dabei handelt es sich z.B. um die Explosion eines Objekts sobald man einen bestimmten Teil der Strecke erreicht und das Event dadurch auslöst. Auch bei den Trigger-Events stehen wieder viele vorgefertigte Funktionen zur Wahl. Natürlich gibt es aber auch zahlreiche andere Funktionen, auf die wir hier nicht eingehen möchten. Wie man sieht, kann man also spektakuläre Strecken erstellen, wenn man die nötige Zeit dafür hat. Generell ist die Bedienung des Editors nicht allzu schwer und man kann recht schnell seinen ersten Track erstellen, für aufwändigere Strecken mit Trigger-Events sollte man sich dann aber schon etwas mehr Zeit nehmen und dann wird es auch schon etwas komplizierter. Es gibt auf Youtube aber bereits erste ausführliche Tutorials, die Euch die Editor-Funktionen genauestens erklären.

Trials Evolution ist mehr als nur ein Addon und übertrifft mit einigen kleinen Verbesserungen sowie einem Multiplayer und dem umfangreichen Strecken-Editor sogar nochmal seinen erfolgreichen Vorgänger. Sowohl der Einzelspieler mit seinen Herausforderungen und Meisterschaften als auch der lokale und Online-Multiplayer machen eine Menge Spaß und fesseln einen auch über lange Zeit an den Bildschirm. Für gerade einmal knapp 15€ (1200 MS-Points) ist das Spiel im Grunde ein Pflichtkauf und jedem Xbox 360-Spieler nur zu empfehlen.









